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1.200 Millimeter: Mehr Abstand war nie!

Abstand, das haben wir mittlerweile gelernt, ist gut. Mehr Abstand ist besser. Das gilt auch beim hochproduktiven Komplettbearbeiten großvolumiger, anspruchsvoller Strukturbauteile in der Automobilindustrie. Die CHIRON Baureihe 25 mit 800 mm Spindelabstand setzte hier im letzten Jahr einen neuen Standard. Diesen Standard gibt es jetzt noch eine Nummer größer: mit der neuen DZ 28 und 1.200 mm Spindelabstand.

Komplexe hybride Antriebe, Leichtbau von Fahrwerks- und Strukturbauteilen, Batteriewannen, effizientere Verbrennungsmotoren: Der Wandel in den Herstellprozessen stellt erhöhte Anforderungen an die Fertigungstechnologie.

Bearbeitungsprozesse müssen so dynamisch wie präzise ablaufen, die Bearbeitungszentren flexibel entlang der Vorgaben konfigurierbar sein. Wenn dann noch der komplette Prozess gut zugänglich und einsehbar ist: umso besser. Oder einfach: DZ 28.

Das passende Modell für jede Anwendung
Die neue Baureihe gibt es in zwei Maschinenvarianten: als DZ 28 P five axis – P heißt Palettenwechsler – für hohe Stückzahlen mit kurzen Taktzeiten. Und als DZ 28 S five axis zum Direktbeladen. Bestellt werden kann die neue Baureihe ab 2021.

»Mit der Baureihe 28 adressieren wir neue Kunden und Werkstücke. Wo bisher bei Bauteilen dieser Dimension nur einspindliges Fertigen möglich war, sorgt der neue Doppelspindler DZ 28 für signifikant kürzere Zykluszeiten – bei bester Teilequalität.«
Kristoffer Siegmann
Head of Global Account Management Automotive der CHIRON Group

Groß in allem. Auch ohne großen Auftritt.
Nach dem ersten Feedback aus dem Markt zeigt sich Kristoffer Siegmann zufrieden: »Wir sind bei unseren Kunden auf durchweg positive Resonanz gestoßen. Mit der Abrundung unseres Portfolios nach oben liegen wir genau richtig. Der Markt verlangt nach Maschinen, die extrem hohe Qualitätsanforderungen – sehr dünnwandige Bauteile, hohe Formen- und Lagetoleranzen – souverän meistern.«

Fakten und Zahlen

Verfahrwege X-Y-Z max 1.200-1.100-800 mm
Eilgänge X-Y-Z max. 120-75-75 m/min
Spindelabstand 1.200 mm
Werkzeugaufnahme HSK-A63
Werkstückdurchmesser 1.200 mm
Werkstückhöhe bis 750 mm
Palettengröße (bei P-Variante) 800 x 800 mm

Mit Spindelabstand von 1.200 mm ist die neue DZ 28 prädestiniert für die 5-Achs-Bearbeitung von z. B. Integralträgern, Längsträgern, großen Gehängeaufnahmen, Batteriekästen für Hybridfahrzeuge oder Gehäusen der Leistungselektronik.

Bedien- und Beladeseite sind getrennt, der Arbeitsraum ist immer bestens zugänglich, der Prozess gut einsehbar. 

Be- und Entladeseite der DZ 28 S five axis
Be- und Entladeseite der DZ 28 S five axis
Bedienseite der DZ 28 S five axis
Bedienseite der DZ 28 S five axis

Weitere große Pluspunkte: ein flexibles Maschinenlayout mit geringer Stellfläche, hohe Dynamik, komplett unabhängig in Z- und X-Richtung verfahrbare Spindeln und eine Automation via Roboter oder Gantry. Das Bedienen erfolgt mit TouchLine, dem etablierten Bediensystem aus dem SmartLine-Portfolio. Auf dem großen Panel lässt sich der Maschinenzustand jederzeit überwachen.

Bewährtes Konzept in neuer Dimension
Basis des Maschinenkonzepts mit kompakter Stellfläche ab 30 m2 ist eine Plattform in Portalbauweise. Das steife Maschinenbett und eine aktive Komponentenkühlung ermöglichen die geforderte Präzision am Werkstück. Hohe Achsbeschleunigung und schnelle Eilgänge sorgen für eine bei diesen Werkstückdimensionen bisher nicht gekannte Dynamik. Und für Flexibilität: Ob komplexe Werkstücke mit vielen Werkzeugen oder Werkstückfamilien – die beiden Magazine bieten Platz für bis zu 60 Werkzeuge und ermöglichen so eine rüstarme Fertigung. Das Be- und Entladen erfolgt hauptzeitparallel.

Das gesamte Potenzial erschließen: mit SmartLine
Wie alle neuen Baureihen der CHIRON Group ist auch die Baureihe 28 für die Integration sämtlicher SmartLine-Module vorbereitet. Zum Beispiel für ProtectLine zum präventiven Schutz vor Maschinencrashs oder ConditionLine zur automatischen Zustandsüberwachung relevanter Maschinenkomponenten.

Sie wollen mehr über die neue Dimension beim präzisen und dynamischen Bearbeiten wissen?

Kristoffer Siegmann, Leiter Global Account Management Automotive, freut sich über Ihren Anruf oder Ihre E-Mail.

Kristoffer Siegmann
Tel. +49 7461 940-3074
kristoffer.siegmann@chiron-group.com


E-Mobilität: Ein alter Hut?
Die E-Mobilität boomt übrigens nicht nur heute: Um 1900 waren in den USA 34.000 elektrisch angetriebene Fahrzeuge unterwegs. Mehr über die Entwicklung von damals bis heute in einer kleinen Geschichte der Elektromobilität:

Kleine Geschichte der E-Mobilität

An Michael Faraday erinnert man sich gern, wenn man im Auto in einem Gewitter unterwegs ist: »Elektrische Abschirmung, kann gar nichts passieren.« Faraday war Naturforscher und führte 1821 den Beweis, wie mit Hilfe von Elektromagnetismus eine dauerhafte Rotation entsteht – die Geburtsstunde der Elektromobilität.

Der Schotte Robert Anderson präsentiert eine Art elektrischen Karren und, 1839, ein Elektrofahrzeug. Ein anderer Schotte, Robert Davis, schickt das erste Fahrzeug mit elektrischem Antrieb auf die Schiene.

Der US-Amerikaner Charles Grafton Page hat die Idee zu einer elektrisch angetriebenen Lokomotive, die bei einer Probefahrt ein Tempo von 31 Stundenkilometern erreicht.

Wichtiger Schritt für die E-Mobilität: die Erfindung aufladbarer Blei-Akkumulatoren, die bereits ein Jahr später in Produktion gehen.

verbessert Camille Faure die Blei-Säure-Batterie, er beschichtet die Bleiplatten mit einer Mischung aus Bleisulfaten, wodurch sich die Kapazität deutlich erhöht. Faures Batterie ist der Grund, dass Paris »die Stadt der Lichter« genannt wird, erstmals wurde hier eine Straße elektrisch beleuchtet.

erregte das Ayrton & Perry Electric Tricycle mächtig Aufsehen auf der Londoner Victoria Street. Die Gemeinschaftsproduktion von William Edward Ayrton und John Perry mit vollständigem Elektroantrieb schafft mit einer Batterieladung bis zu 40 Kilometer bei bis zu 14 km/h.

wird das erste Elektroauto in Deutschland hergestellt, der Flocken Elektrowagen. Optisch erinnert das Modell mit seiner Kabine aber eher an eine Kutsche.

tritt Ferdinand Porsche auf der Weltausstellung in Paris mit einem Elektrowagen, den er im Auftrag von Lohner konstruiert hatte, in das Rampenlicht der Öffentlichkeit. Der Lohner-Porsche verfügte über Radnabenmotoren an den Vorderrädern. Auch die ansonsten geringe Reichweite des Autos hatte ihn gedanklich beschäftigt, weshalb er funktional einen Elektro- mit einem Verbrennungsmotor verband.

fahren in den Vereinigten Staaten etwa 34.000 elektrisch betriebene Wagen durchs Land. Zum Teil mit beeindruckenden Reichweiten von hundert und mehr Kilometern.

Zwischen 1896 und 1939 gibt es weltweit 565 Hersteller von elektrischen Fahrzeugen. In Deutschland Marken wie Siemens, Hercules, Kühlstein und die Fahrzeugfabrik Eisenach.

»Ich hoffe, dass wir innerhalb eines Jahres mit der Herstellung eines Elektroautos beginnen«, so Henry Ford im Januar in einem Interview mit der New York Times.

Nach langer Pause präsentiert Ford einen rein elektrischen Prototypen, den Kleinstwagen Ford Comuta. Mit vier 12-Volt-Batterien, einer Reichweite von etwa 60 km und einer Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h.

In den Vereinigten Staaten, aber vor allem in Großbritannien werden mit den elektrisch betriebenen Milk Floats täglich die Milchflaschen an die Haustür geliefert.

Hier setzt ein wirkliches Umdenken in Folge der Ölkrise ein. Das Umweltbewusstsein steigt, alternative Antriebe rücken wieder in den Fokus. Zudem erlässt die Regierungskommission in Kalifornien ein Gesetz, um die Autoindustrie zu Innovationen zu bewegen und ihre Produktion auf emissionsfreie Fahrzeuge umzustellen.

fährt das Konzeptfahrzeug Horlacher Sport I mit nur einer Batterieladung einen Rekord von 547 Kilometern.

baut VW den CitySTROMer, eine Variante von VW Golf II und III, die als Elektrofahrzeug umgerüstet wird.

Beispiel für besonders innovative Arbeit ist der Hotzenblitz, von 1993 bis 1996 im thüringischen Suhl hergestellt. Das Zwei-Personen-Fahrzeug wurde in der Region Hotzenwald entwickelt und war das damals konsequenteste Elektroauto Deutschlands.

stellt Tesla den Roadster auf dem kalifornischen Flughafen Santa Monica vor. Die Kleinserienproduktion beginnt im März 2008, bis 2012 wurden ca. 2450 der zweisitzigen Sportwagen produziert und weltweit verkauft.

präsentiert Nissan den Leaf, das erste Großserien-Elektroauto konzipiert nur für diesen Antrieb. Der Nissan Leaf ist mit unterschiedlichen Modellen und einer Auflage von 450.000 Stück (Januar 2020) das weltweit meistverkaufte Elektrofahrzeug.

feiert Deutschland 125 Jahre Elektromobilität und BMW stellt den BMW i3 vor, einen Plug-in-Hybrid der Kleinwagenklasse und das erste Serienfahrzeug mit Fahrgastzelle aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK).

kommt der »Volks-Stromer« von Volkswagen auf den Markt. Der ID.3 ist das erste Modell der ID-Familie, der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB) kommt auch in den Marken Audi, Skoda und Seat zum Einsatz.